MacBook Pro 13″ Mid 2010 – Top Lehrerlaptop?

Stellen Sie sich vor, Ihr Autoverkäufer würde Ihnen einen Neuwagen Modell 2013 mit der zweitbesten Motortechnik, dem zweitbesten Navi, Kassetten-Radio, zu kleinem Kofferraum und ohne Parkassistenten anbieten. Dafür aber zum leicht erhöhten Preis und ohne Upgrade-Möglichkeiten. Na, vielen Dank!

So parallelisiert Johannes Schuster die derzeitige Politik Apples hinsichtlich ihrer Aufstellung bezüglich der hauseigenen Laptops in der Mac & i, Heft 1/2017, S. 3.

Da ist diese geile Technikfirma aus Cupertino. Die Jungs sind cool, hipp und reich. Irgendwie schaffen Sie es, dass die Konsumenten die von ihnen produzierten Güter erwiesenermaßen LIEBEN (frühe Ideen dazu; spätere Untersuchungen dazu)!

Meine Bude steht voll mit dem Zeug und deshalb ist es im Jahr 2017 mal wieder Zeit, sich den eigenen Schreibtisch anzusehen. Durch ein großes Display leuchtet Stunde um Stunde ein digitales Universum auf mich ein. Das MacBook Pro Mitte 2010, also A1278 oder Modell 7,1 für alle, die damit ein genaueres Bild empfangen, nimmt man eigentlich gar nicht wahr. Und gerade dieser Umstand hat mich dazu geführt, dass ich alle MacBooks, die ich seit 2010 mal als Ersatz gekauft hatte, wieder zurücksandte. Mir fällt ein, dass ich die haptisch bessere Tastatur gegenüber den MacBook Air-Modellen erwähnen sollte.

Ein MacBook Pro 2010 mit 13″ ist wegen seines Intel Penryn P8600 Core 2 Duo Prozessors erst eimal eines: leise! Keinen Mucks macht das Gerät. Bei Inaktivität zeigen sich laut notebookcheck.com 29,2 dB(A). Ich kenne nichts Leiseres im Laptopbereich (Jaja, es mag was geben, ich habe nicht alles geprüft!). Alle Windows-Plastikkisten zuvor waren anfangs leise und wurden nach einigen Monaten unerträglich und störend laut (Acer Aspire, Medion MD 96100, Samsung NC10 – klar, eher günstig!). Unter Last zeigt das MacBook Pro: 32,5 dB(A), wenn man mit Windows (Ja, auch das geht mit dem MacBook über a) Bootcamp kostenfrei oder b) Parallels gegen Aufpreis) ein wenig Spiele spielt, dann geht es auch bis 35 dB(A) hoch, mit Extrembelastungen schaffte man es anscheinend auch – so notebookcheck.com – den Rechner auf 42 dB(A) zu ziehen, aber dafür muss man schon ordentlich etwas veranstalten. Um nichts leiser, aber zum Vergleich: Das neue MacBook Pro ohne das Touchbar-Gedöns aus 2016. Kurzgefasst: 30,5 dB(A), 31,2 dB(A), 45,4 dB(A) für 1.699 € (übrigens: 8 GB RAM und 256 GB SSD, bis auf die proprietäre SSD nun alles komplett verlötet und nicht austauschbar, SSD gab es zum „notebookcheck.com“ noch nicht)!

Als SSD lässt sich im 2010er locker 1 TB oder mehr verbauen. Da ist reichlich Platz und man ist mit so etwas auch sehr autark. Ich behaupte übrigens, dass das – wie auch den RAM-Upgrade auf 8 GB oder 16 GB (Ja, auch das geht und steht hier!) jeder kann, selbst relativ grobmotorische Menschen. Sehr gute und bebilderte Anleitungen findet man auf ifixit.com. Ich habe meine Festplatte bereits mehrmals getauscht, RAM auch.

Das neueste Betriebssystem macOS Sierra wird zudem auch von diesem Gerät unterstützt, wenngleich man ein paar Features (Wer nutzt die eigentlich alle?!) nicht zugestanden bekommt. Airdrop funktioniert zwischen Macs, nicht aber zu iOS-Geräten, es sei denn, man folgt den Ideen der o.g. Mac & i-Ausgabe ab S. 87 und rüstet Bluetooth mittels eines Thumb-Drives für ca. 13 € nach. Dann kann man auch mit den iOS-Schülern alle möglichen Daten flott teilen.

Der Akku: Mein Rechner hat jetzt 674 Zyklen (und damit laut Apple etwa 2/3 seiner Lebenszeit) hinter sich und die Performance liegt laut coconutBattery bei 84 % der ursprünglichen Kapazität. Der Akku müsste also – extrapoliert man – für mich ca. 10 Jahre halten. Ein neuer Akku ist erhältlich, leicht verbaut und kostet nicht die Welt. Nimmt man einen OEM-Akku von Apple, dann kostet er bis zu 99,95 € (Ebay (neu, Händler), s.u., günstiger). Übrigens: Ich nutze mein MacBook an Schultagen in der Schule und habe es fast täglich dabei. Ein Ladekabel brauche ich dabei nicht. Der Akku versorgt mein Gerät noch immer über Stunden. (Zur Sicherheit, jeder Kollege weiß es, hat man immer ein Kabel dabei – ganz unabhängig vom Gerät.)

So, und jetzt nochmal Butter bei die Fische: Warum schreibe ich das?

Ganz einfach: Man bekommt ein für einen Office-/Recherche-/YouTube-/Twitter-/Hobby-Bilder-Abspeicher-Nutzer (also der typische Nicht-IT-Lehrer eigentlich) ein solches MacBook für deutlich günstigeres Geld als diese neuen Dinger von Apple. Zudem sind alle Core i5/i7-Prozessoren, die Apple anschließend verbaut hat, lauter und stören auf dem heimischen Schreibtisch. (Korrekturen erwünscht, konnte nicht alle testen.) Gleichzeitig sind diese Preisbomben für’s Portemonaie auch noch (fast) unaufrüstbar.

Wer hat denn in seinem neuen MacBook 8 GB/16 GB und 1 TB SSD? Was kostet das denn?

Cut

Ich bastele mal einen Lehrerarbeitsplatz (und nehme dafür mit: Ein gebrauchtes MacBook Pro wie oben beschrieben, Eingabegeräte und ein großes Display, um bspw. bei Abiturkorrekturen alle wesentlichen Dokumente direkt auf dem Schirm zu haben):

Bei Ebay, Stand heute (erstbeste Anzeige): MacBook Pro 13″ Mitte 2010: 369,- € inkl. Magic Mouse, OVP und Tasche, 2,4 GHz, 4 GB RAM, 250 GB HDD – Preisvorschläge darf man machen. Selbst für die absolut Wahnsinnigen bedeutet das, 369 € + 95 € (16 GB RAM) + 160,84 € (Samsung EVO 850 500 GB SSD) + 74 € (neuer Originalakku) = 698,84 €. (Wie gesagt, alles selbst austauschbar!)

LED Cinema Display 27″: ab 549 € (Ebay, gebraucht)

Apple Keyboard mit Ziffernblock: ab 56,77 € (Ebay, neu)

Gesamtpreis: 1.304,61 €

 

Ich komme nicht drüber weg…

MacBook Pro 2010 vs. 2016

 

Wer nun schon einmal ein 27″ LED Cinema Display, die Magic Mouse und das Apple Keyboard mit Ziffernblock gesehen hat, der bekommt ein Gefühl von meinen Fragezeichen im Kopf. Da bekommt man schon heftig viel mehr Material für weniger Geld.

Als kleines Extra obendrauf: Eine Samsung 840 EVO 1 TB gibt es gerade gebraucht bei Ebay ab 220 € (rechnerischer Aufpreis also: 59,16 €), Gesamtpreis dann: 1.363,77 €. Die restlichen 335,23 €, die dann noch zu einem MacBook Pro Late 2016 ohne Touchbar fehlen, würde ich geschwind in eine Bluetooth-Box für die „Ganzklassebeschallung“ investieren. Mist, da bleibt noch was für Taschen, Rucksäcke usw. über…

Liebe Firma aus Cupertino, Ihr sagt doch immer: Reduce – Reuse – Recycle.

Vielleicht kann dieser Beitrag ja den ein oder anderen Öko-Kollegen von Eurer Mission, die Ihr mit den neuen saftigen Preisen und der mickrigen Ausstattung unterstreicht, überzeugen.

Dann allerdings wünsche ich mir einen Kommentar unter diesem Artikel.

 

(Letzter Hinweis: Wenn Geld echt überhaupt keine Rolle spielt und Du ohnehin planst, alle 3 Jahre einen neuen Laptop zu kaufen, falls Du ein Spieler bist und die neuesten Games rocken willst oder falls Du gerade unter die Extrem-Hobbyfilmer gegangen bist: Dafür kauft man sich besser ein sehr neues Gerät, zahlt für den Spaß ordentlich drauf und fragt am besten nicht bei mir nach.)

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