Regeln

Lehrer und iPad Pro – 3 geklaute Regeln

Die KMK bringt eine Broschüre heraus. Koalitionspapiere beinhalten großzügige Mittelzuweisungen für die Digitalisierung in der Bildung, der Bund möchte vorantreiben, die Länder machen Druck und allerorten wird Glasfaser in die Erde gelegt.

In diesem Umfeld möchte ich erneut prüfen, ob man im Unterrichtsraum an der Schule digital erfolgreich arbeiten kann. Nach bisherigen Erfahrungen mit allerlei Technik und den Endgeräten MacBook Pro, MacBook Air, iPhone und iPad mini möchte ich nun einen neuen Anlauf nehmen, denn ich mutmaße, dass mit dem iPad Pro ein Endgerät herausgekommen ist, welches, gepaart mit der nun zunehmend gelegten digitalen Infrastruktur ein mächtiges Werkzeug darstellt, welches dem ganz normalen Lehrer erlauben könnte, mit weniger Papier, anders verbrachter Zeit und mit Effizienzgewinnen (denn sonst ergibt es echt keinen Sinn!) seine Arbeitsabläufe zu gestalten. Ich probiere das jetzt mal aus. Wie fange ich also an?

Erste Erkenntnis: Was ich nun hier aufschreibe, schreibe ich von einem Blatt Papier ab, welches ich beschriftete, bevor mein iPad Pro im Briefkasten lag. Ich habe die gleich folgenden drei Punkte von Lars Bobach geklaut. Sie beschäftigen sich damit, wie man eigentlich ein papierloses Büro etablieren kann. Die Mischung aus „papierlos“ und „digitalisiert“ ergibt für mich gerade den o.g. Effizienzgewinn für Arbeitsabläufe eines Lehrers. Zunächst allerdings muss massiv Zeit aufgewendet werden, um sich selbst stärker ins Digitale zu begeben. Dabei helfen die angesprochenen drei Punkte:

  1. Fang‘ bei dir selbst an.
  2. Geh‘ in kleinen Schritten vor (Erfolgserlebnisse produzieren).
  3. Leg‘ deinen Perfektionismus ab.

Regel 1 entlastet ein wenig. Ich nehme erst einmal mich in den Fokus. Mit meiner leicht ausgeprägten religiösen Ader geht das auch konform, denn Mahatma Gandhi sagte schon: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ Vorleben erscheint mir auch viel sinnvoller, als die Erstellung eines langwierigen Konzeptes.

Regel 2 hilft mir tatsächlich auch, mal bitte klein anzufangen und nicht – siehe 1 – selbst in einer üblen Konzeptionalisierungsarbeit zu versacken. Was liegt als nächstes an? Soll ich meine Wanderdünen scannen oder sie wegwerfen? Wie lange liegen die eigentlich schon hier? Sollte ich in Konferenzen und Meetings überhaupt einen Stift mitnehmen? Wie gehe ich mit dem DIN-Format A4 nun um, wenn es mich in den verschiedenen Lehrerzimmern erreicht? Ich trage auch Personaldaten mit mir herum. Wie speichere ich die? Darf ich das? Datenschutz? Oh nein, ich lebe in Schleswig-Holstein. Ich werde zweigleisig fahren müssen. Cloud ist Gift! Naja, ich fange mal an und spiele mich in die Apps ein. Der erste Schritt ist: Welche Anforderungen habe ich eigentlich? Welche Apps werde ich als Standardausstattung benötigen, um nicht sofort aufzulaufen. Alles weitere wird inkrementell erledigt.

Regel 3. Danke. Selbst meine Blog-Beiträge bereiten mir häufig Kopfzerbrechen. Ich schreibe sicherlich bedingt gut. Vielleicht wird das, was ich in Zukunft schreibe ja für den ein oder anderen Kollegen relevant auf seinem Weg ins Digitale. Solange bleibt es mein kleines Tagebuch. Die 80:20-Regel muss beim Digitalisieren zunächst mal genügen.

Nach diesen Regeln möchte ich nicht vergessen, Lars Bobach hinreichend abzufeiern. Hier ist seine Webpräsenz.

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