Schule und Digitalisierung – Makroperspektive

Reden wir von Digitalisierung, so ist häufig eigentlich das gemeint, was wir unter der digitalen Transformation verstehen. Die Gesellschaft und innerhalb dieser insbesondere die Unternehmen sind von einer gravierenden Veränderung durch digitale Technologien betroffen. Diese Formulierung könnte schon entlarvend sein, klingt ein Betroffensein doch merkwürdig passiv. Bricht also die Digitalisierung einfach über die Akteure in der Gesellschaft herein?

Lesenswert erscheint mir durchaus der Wikipedia-Eintrag zur digitalen Transformation, aus welchem ich – so redlich möchte ich sein – in weiten Teilen meine Informationen stehle.

Digitale Transformation - Akteure und Beziehugen

Von Thomas Kofler – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=48399771

Für die Institution Schule lässt sich ggf. schon folgendes recht gut verwerten, um sich im Dschungel der Digitalisierung besser zurechtzufinden: Digitalisierung wird getrieben durch

  1. digitale Infrastruktur,
  2. auf dieser ausführbaren Anwendungen und
  3. auf Infrastruktur und Anwendungen basierenden Verwertungspotentialen sowie – vielleicht besonders wichtig –
  4. den Erwartungen an die Institution.

Die digitale Infrastruktur wird durch eine Vielzahl von Zugangs- und Endgeräten wie Smartphones, Tablets, Desktop-PCs und eingebetteten Systeme (Maschinen, Fahrzeuge, Systeme, …) über deren drahtlose oder drahtgebundene Netzstruktur gebildet. Dies stellt die Grundlage für digitale Anwendungen und Bedingung der Möglichkeit einer Vernetzung dar. Für die Schule bedeutet das: Ohne WLAN/LAN und Beamer ist eine Digitalisierung von Unterricht schwer oder nicht darstellbar.

Digitale Anwendungen realisieren bestimmte Funktionen und Dienste auf Grundlage der digitalen Infrastruktur. Da die digitale Infrastruktur zunehmend auch aus digitalen Anwendungen (bspw. virtuelle Server auf einem real existierenden (Hardware-)Server) besteht, ist die Administration der Infrastruktur immer häufiger Aufgabe von Softwareentwicklern. Für die Schule mag das bedeuten: Es muss (mindestens) ein hauptamtlicher gelernter Systemadministrator engagiert werden.

In der digitalen Transformation werden unter Verwertungspotentialen solche Potentiale verstanden, die kurzfristig entstehen, aber auch wieder verschwinden, weil sie bspw. durch neue technologische Entwicklungen wieder obsolet werden. Wo liegt also, so mag man fragen, das Verwertungspotential, dass sich in der Schule auftut? Welche Bestandteile digitaler Bildung sind nachhaltig und somit Teil einer Allgemeinbildung, welche sind ggf. temporäre Bestandteile einer beruflichen „Qualifizierung“?

Die Erwartungen an die Institution Schule werden in oben verlinktem Wikipedia-Artikel natürlich nicht erwähnt. Einiges kann man sicherlich ableiten. Zumindest kann man feststellen, dass vermutlich ein professioneller medialer Umgang sowie ein Multichannel-Marketing auch seitens der Schule etabliert werden muss. Eltern, Schüler und ggf. Dualpartner wollen über mehr als die lange Zeit einzigen Kontaktmöglichkeiten Telefon, Fax und Briefpost mit der Schule kommunizieren. Überdies wird gleichzeitig sehr deutlich eine Erwartung an die Schule herangetragen, sorgsam mit persönlichen Daten umzugehen (Datenschutz). Innovation und digitale Bildung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ergänzen die Erwartungshaltung von außen an die Institution Schule.

Ein weites Feld. Es gibt viel zu ergründen…

Anknüpfungspunkte:

Digitale Business Transformation

Transformationale Führung

Inkrementalismus

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